Unfall Österreich:

Unfallhilfe und Schadenregulierung

I. Unfall in Österreich. Was tun?

Nach einem Unfall sollten Sie sofort anhalten, die Unfallstelle absichern und Verletzten helfen. Die Polizei sollte zur Unfallaufnahme bestellt werden. Bei Personenschaden müssen Polizei (133) und Rettungsdienste (144) verständigt werden. Bei größeren Schäden sollten die Fahrzeuge bis zum Eintreffen der Polizei nicht bewegt werden, um eine unverfälschte Beweisaufnahme zu ermöglichen.

 

Sie sollten unbedingt die Kennzeichen von allen Unfallbeteiligten aufschreiben und fotografieren. Lassen Sie sich auch Namen, Adressen, Telefonnummern der Halter, Fahrer und Zeugen geben. Fotografieren Sie bei Einverständnis der Beteiligten die Unfallstelle, die Fahrzeugpapiere und die Versicherungsbestätigung.

 

Wenn die Polizei wegen eines Bagatelle-Schadens nicht kommen will, nutzen Sie den zweisprachigen Unfallbericht.

 

II. Abwicklung des Schadens
Nach einem Unfall in Österreich hat der Geschädigte Anspruch auf die Erstattung der dadurch entstandenen Kosten. Hat der Geschädigte seinen Sitz in einem anderen EU-Land, zum Beispiel Deutschland, kann er den Schaden entweder direkt bei der Versicherung in Österreich anmelden oder bei dessen Vertreter in Deutschland. Bei Verkehrsunfällen gilt immer das Recht des Landes, in dem der Unfall passiert ist.
 
Hat der Geschädigte keinen Sitz in der EU so sollte er sich direkt an die Versicherung in Österreich wenden.
 
Nach Zustellung einer bezifferten Schadensersatzforderung haben der Versicherer oder sein Vertreter 90 Tage Zeit den Schaden zu begleichen. Einer bezifferten Schadensersatzforderung liegt entweder eine Reparaturrechnung oder Kostenkalkulation zu Grunde. Diese bekommen Sie entweder bei ihrer Fachwerkstatt oder bei einem Sachverständigen.
 
Schwierig wir die Sache, wenn Streit über die Haftung besteht, das heißt, wenn keine Einigung über die Schuldfrage vorliegt. In dieser Situation können Sie sich an einen Anwalt wenden (kann u.U. kostspielig sein, wenn Sie nicht entsprechend versichert sind). Besprechen Sie Kosten bezüglich rechtlicher Angelegenheiten vorher am besten mit ihrer Versicherungsgesellschaft, in deren Interesse es ebenfalls liegt, die Schuldfrage einwandfrei zu klären. Müssen Sie haften, muss ihre Versicherung den Schaden bezahlen, weswegen es oft zu Streitfällen zwischen Versicherungen kommt, wonach Sie zum Beispiel bei einer Haftungsteilung ihren Schaden einfordern können. Für eine umfangreiche Rechtsberatung sollten Sie sich an einen Anwalt ihrer Wahl wenden. Wir können Sie auch gern an einen Anwalt mit Schwerpunkt Versicherungsrecht verweisen, der oft mit solchen Fragen beschäftigt ist.
 
In Österreich verjähren die Ansprüche nach drei Jahren.

 
III. Schadensersatz – was wird bezahlt?


1. Sachschäden

 

Es werden ersetzt
a) Reparaturkosten anhand einer bezahlten Reparaturkostenrechnung, eines Kostenvoranschlags einer Fachwerkstatt (bei geringen Schäden unter 800 €) oder eines Sachverständigengutachtens.

b) Bei Totalschaden der Zeitwert. Dazu ist grundsätzlich ein Sachverständigengutachten erforderlich. Sie sollten dabei der Versicherung die Möglichkeit einräumen, das Fahrzeug zu besichtigen.
c) Abschleppkosten bis zur nächsten Fachwerkstatt.

d) Nutzungsausfall wird nicht ersetzt.
e) Kaskoselbstbeteiligung gegen Vorlage einer entsprechenden Abrechnung der Kaskoversicherung.
f) Mietwagenkosten bei Nachweis der Erforderlichkeit, aber auch mit Abzügen.
g) Wertminderung bei größeren Schäden an Jahreswagen.
h) Gutachterkosten sofern die Versicherung kein Gutachten erstellt hat.
 
2. Bei Personenschäden besteht Anspruch auf Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld, soweit diese nicht von anderen Versicherungen abgedeckt sind.