Unfall in Türkei:

Unfallhilfe und Schadensregulierung

I. Unfall in Türkei. Was tun?

Nach einem Unfall sollten Sie sofort anhalten, die Unfallstelle absichern und Verletzten helfen. Die Polizei sollte zur Unfallaufnahme bestellt werden. Bei Personenschaden müssen die Polizei und Rettungsdienste (112; 155) verständigt werden. Bei größeren Schäden sollten die Fahrzeuge bis zum Eintreffen der Polizei nicht bewegt werden, um eine unverfälschte Beweisaufnahme zu ermöglichen.

Sie sollten unbedingt die Kennzeichen von allen Unfallbeteiligten aufschreiben und fotografieren. Lassen Sie sich auch Namen, Adressen, Telefonnummern der Halter, Fahrer und Zeugen geben. Fotografieren Sie bei Einverständnis der Beteiligten die Unfallstelle, die Fahrzeugpapiere und die Versicherungsbestätigung. 

Wenn die Polizei wegen eines Bagatellschadens nicht kommen will nutzen Sie den zweisprachigen Unfallbericht.

 

II. Abwicklung des Schadens

Nach einem Unfall in Türkei hat der Geschädigte Anspruch auf die Erstattung dadurch entstandener Kosten. Hat der Geschädigte seinen Sitz in einem anderen EU-Land, zum Beispiel Deutschland, kann er den Schaden entweder direkt bei der gegnerischen Versicherung anmelden oder bei dessen Vertreter im eigenen Land. Bei Verkehrsunfällen gilt immer das Recht des Landes wo der Unfall passiert ist.

Hat der Geschädigte keinen Sitz in der EU so sollte er sich direkt an die türkische Versicherung wenden.

Nach Zustellung einer bezifferten Schadensersatzforderung haben der Versicherer oder sein Vertreter 90 Tage Zeit den Schaden zu begleichen. Einer bezifferten Schadensersatzforderung liegt entweder eine Reparaturrechnung oder Kostenkalkulation zu Grunde. Diese bekommen Sie entweder bei ihrer Fachwerkstatt oder bei einem Sachverständigen.

 

Schwierig wir die Sache, wenn Streit über die Haftung besteht, das heißt keine Einigung über die Verschuldensfrage vorliegt. In dieser Situation können Sie sich an einen Anwalt wenden. Das kann aber kostspielig sein, wenn Sie nicht entsprechend versichert sind. Sprechen Sie aber vorher am besten mit ihrer Versicherungsgesellschaft. Denn die hat auch ein Interesse daran die Verschuldensfrage einwandfrei zu klären. Müssen Sie nämlich haften, muss ihre Versicherung den Schaden bezahlen. Deswegen wird der Streit oft zwischen Versicherungen ausgetragen, wonach Sie zum Beispiel bei einer Haftungsteilung ihren Schaden einfordern können. Für eine umfangreiche Rechtsberatung sollten Sie sich an einen Anwalt ihrer Wahl wenden. Wir können Sie auch gern an einen Anwalt mit Schwerpunkt Versicherungsrecht verweisen, der oft mit solchen Fragen beschäftigt ist.

 

In der Türkei beträgt die Verjährungsfrist gegen den Fahrer ein Jahr, gegen den Halter nach zwei Jahren.

 

III. Schadensersatz – was wird bezahlt?

1. Sachschäden

Es werden ersetzt

a) Reparaturkosten anhand einer bezahlten Reparaturkostenrechnung, eines Kostenvoranschlags einer Fachwerkstatt oder eines Sachverständigengutachtens.

b) Bei Totalschaden nach einem im Sachverständigengutachten ermittelten Wert.

c) Abschleppkosten bis zur nächsten Fachwerkstatt.

d) Nutzungsausfall wird nicht bezahlt.

e) Kaskoselbstbeteiligung gegen Vorlage einer entsprechenden Abrechnung der Kaskoversicherung.

f) Mietwagenkosten mit Abzügen.

g) Wertminderung nur bei Bewertung im Gutachten.

h) Gutachterkosten nur von heimischen Gutachtern.

 

2. Bei Personenschäden werden Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld ersetzt, soweit diese nicht von anderen Versicherungen abgedeckt sind.

​Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss!